Warum ich vergessene Orte liebe

Lost Places

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Mir wurde neulich vorgeworfen, dass ich mich in gruseligen Orten verliebe und mich mehr auf solche Orte konzentriere als auf Menschen, die ich vor der Linse habe.

Nicht jeder muss meine Fotos und die Botschaft, die ich vermitteln möchte, verstehen, aber für die, die sich fragen, wie ich meine Paare zu zerstörten Gebäuden schicken kann und wie ich das als was Schönes erfinden kann – kommt hier meine Erklärung:
Wo ist das Licht am hellsten? In einem dunklen Raum. Wo strahlt die weisse Farbe mit der vollen Kraft? Auf einem schwarzen Hintergrund. Es geht um die Gegensätze, die mich anziehen.
Wenn man etwas Schönes – wie ein verliebtes Paar, eine schöne Frau… – in einem Raum, wo die Liebe längst vergessen wurde fotografiert, weckt das Foto ein wenig Magie und zeigt, dass man ein grosses Stück Himmel auch in der Hölle erleben kann, wenn man eine richtige Person an der Seite hat.

Und noch etwas zu den Vorwurf: ich achte angeblich mehr auf die Ortschaft als auf die Leute die ich fotografiere…
Ich achte tatsächlich auf Licht, auf Strukturen, auf Kontraste, die das Gesamtfoto bauen und als Gegenpartner meines Models dienen. Wenn man nämlich nicht in einem Studio vor der weissen Wand fotografiert sondern an einer Location, mach das für mich kein Sinn, eben sie auszublenden. Und wenn alles glatt, schön und perfekt sein sollte, dann kann ich auch die Barbie Puppen schattenfrei und weichgeeignet vor der angesprochenen weissen Wand fotografieren. Nur wer wird davon nicht gelangweilt sein?